Parodontitistherapie


Parodontitis- was ist das?

 

Das Wort Parodontitis ( früher Parodontose genannt) bezeichnet eine Entzündung des Zahnhalteapparates, d.h, der Zahn selber ist intakt, aber die Verbindung Zahn-Knochen-Zahnfleisch (  = Zahnhalteapparat) ist erkrankt, was dazu führt das der Knochen um den Zahn abgebaut wird. Dies oft nicht gleichmässig, sondern lokal an einzelnen Stellen des Zahnes ( z.B . Zahnzwischenraum) bilden sich Zahnfleischtaschen. In den Taschen befindet sich Entzündungsgewebe und ein bakteriell besiedelter Biofilm auf der Wurzeloberfläche des Zahnes. Unbehandelt führt diese Erkrankung früher oder später erst zu Zahnlockerung und dann zum Zahnverlust. Parodontitis ist weit verbreitet, die meisten Menschen leben mit einer mehr oder weniger starken Ausprägung der Erkrankung., oft unbewusst da Schmerzen selten sind und Probleme oft erst entstehen wenn die Zahnlockerung bereits eingesetzt hat.

Laut der 4. Deutschen Mundgesundheitsstudie leiden unter den Erwachsenen (35-44 Jahre) 52,7 % unter einer mittelschweren und 20,5 % unter schweren Formen der Parodontitis . Bei den Senioren(65-74 Jahre) sind 48,0 % von einer mittelschweren und 39,8 % von einer schweren Erkrankung betroffen.

Hier ist die Früherkennung wichtig: Rechtzeitig behandelt ist die Erkrankung gut in den Griff zu bekommen und Zahnverlust vermeidbar.

Hierbei ist das A und O  eine gute Mundhygiene, da wo weniger Belege (Bakterien) sind ist auch weniger Entzündung. Jedoch nehmen viele weitere Faktoren Einfluss auf die Erkrankung. Daher ist eine individuelle Risikoabschätzung erforderlich.

Risiken sind z.B.:

Erbliche Veranlagung, mangelhafte Mundhygiene, Rauchen, Stress, überstehende Füllungen und Kronen

 

Anzeichen einer Parodontitis können sein:

Zahnfleischbluten (nicht bei Rauchern), Mundgeruch, Zahnlockerung, Zahnwanderung, „Längerwerden“ der Zähne

 

 

 

Wie läuft die Behandlung ab?

 

In unserer Praxis halten  wir uns an aktuelle Konzepte und Empfehlungen.

Die Therapie besteht aus 3 Phasen:

 

1. Initialphase (Startphase):  In Zusammenarbeit mit der Dentalhygenikerin wird die Erkrankung erklärt und eine ideale Mundpflege erarbeitet und Reizfaktoren entfernt (Zahnstein, überstehende Füllungenund Kronen). Ist dies erreicht, wird eine Behandlungsplanung gemacht ,welche von der Krankenkasse genehmigt werden muss.

Abschluss der ersten Phase ist eine Professionelle Zahnreinigung.

 

2. Therapiephase:  Liegt der genehmigte Behandlungsplan vor, kann die eigentliche Therapie erfolgen. Es wird zunächst das Zahnfleisch betäubt, um dann die Zahnfleischtaschen zu säubern, wobei ein oft hartnäckiger und teilweise verkrusteter Biofilm von der Zahnwurzel entfernt wird. An der gereinigten Wurzeloberfläche kann nun eine reparative Heilung stattfinden. Sind sehr viele Zähne betroffen, wird die Behandlung auf zwei Sitzungen verteilt, welche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden.

 

3. Erhaltungsphase: 8-10 Wochen nach der Behandlung wird kontrolliert wie gut die Heilung stattgefunden hat und ggf. weitere Behandlungsmaßnahmen geplant. Um das Behandlungsergebniss langfristig zu sichern sind regelmässige professionelle Zahnreinigungen erforderlich. Diese sollten 2-3mal pro jahr stattfinden, abhängig vom Schweregrad der Parodontitis.